GDT-Schnittstelle: Messdaten direkt in der Patientenakte

Neue Geräte, Softwarewechsel oder manuelle Dateneingabe: Wie gelangen Messwerte sicher und automatisch in die Patientenakte? Die Antwort liegt in der GDT-Schnittstelle.

Grafik - GDT Schnittstelle zwischen Patientenakte und Messgeräten

Die meisten Ärzte begegnen dem Begriff GDT-Schnittstelle in ihrer Praxissoftwarein einem von drei Momenten: Sie schaffen ein neues EKG-Gerät oder einen Spirometer an und wollen wissen, ob der Befund automatisch in die Akte gelangt. Sie planen einen Wechsel der Praxissoftware und fragen sich, ob ihre vorhandenen Geräte weiter funktionieren. Oder ihre MFA überträgt Messwerte noch immer von Hand, und irgendwann fällt auf, dass das weder sicher, zuverlässig noch zeitgemäß ist. 

Alle drei Situationen führen zur gleichen Frage: Wie bekomme ich meine Medizintechnik sauber und zuverlässig in die Patientenakte? Die Antwort heißt GDT-Schnittstelle. Was dahintersteckt, was sie für den Praxisalltag bedeutet und wie wir das in der inSuite umgesetzt haben, erklären wir hier. 

Was ist die GDT-Schnittstelle?

GDT steht für Gerätedatentransfer. Der Standard wurde vom Qualitätsring Medizinische Software e.V. entwickelt und ist im deutschen ambulanten Gesundheitswesen seit Jahren etabliert. Er definiert, wie Messgeräte und Praxisverwaltungssysteme miteinander kommunizieren – herstellerunabhängig, geräteneutral und für alle Fachgruppen nutzbar.

Abgrenzung zu anderen Schnittstellen:

  • LDT überträgt Labordaten von externen Laborgemeinschaften
  • ADT sendet Abrechnungsdaten an die KV
  • HL7 ist ein Standard für den Datenaustausch in Krankenhaussystemen

Die GDT-Schnittstelle ist speziell für die Kommunikation zwischen Messgeräten und der Praxissoftware innerhalb der Praxis zuständig. Wer in der inSuite ein EKG startet, ein Spirometer anschließt oder einen Langzeit-Blutdruck ausliest, nutzt genau diese Schnittstelle.

Welche Arztpraxen brauchen eine GDT-Schnittstelle in der Praxissoftware?

Kurz gesagt: jede Praxis, die Messgeräte betreibt und deren Ergebnisse in der Akte haben will.

In der Allgemeinmedizin und Inneren Medizin sind das vor allem EKG, Spirometrie und Langzeit-Blutdruck. In der Gynäkologie gehört der Ultraschall dazu. In der Orthopädie werden bildgebende Verfahren übertragen. Das Gerät selbst entscheidet dabei nichts: Entscheidend ist, ob Praxissoftware und Gerät denselben Standard sprechen.

Über die GDT-Schnittstelle der inSuite lassen sich unter anderem folgende Geräte anbinden:

EKG-Geräte

Kurven und Auswertungen landen direkt als PDF oder strukturierte Messwerte in der Patientenakte, ohne Ausdruck und manuelle Ablage.

Spirometer

Lungenfunktionsmessungen werden inklusive grafischer Auswertung automatisch dem richtigen Patienten zugeordnet und stehen sofort für Verlaufsvergleiche bereit. 

Langzeit-Blutdruckmessgeräte

Das vollständige Protokoll wird nach dem Auslesen mit Zeitstempel und Kurvendaten in die Karteikarte übertragen.

Ultraschallgeräte

Bilder und Befundberichte landen direkt in der Akte. Über das integrierte inPACS mit Webviewer öffnen Sie Ultraschallaufnahmen direkt in der inSuite, ohne zusätzliche Software. 

Weitere Geräte

Langzeit-EKG, POCT-Laborgeräte und zunehmend auch Daten aus Wearables wie Blutdruckmessgeräten oder Fitness-Uhren lassen sich in die inSuite einbinden. 

GDT-Schnittstelle einrichten und nutzen: So funktioniert es im Praxisalltag

Der Ablauf ist einfacher als der Begriff vermuten lässt und lässt sich in drei Schritten darstellen.

  1. Ihre MFA öffnet die Patientenakte in der inSuite und startet die Untersuchung per Klick.
  2. Die inSuite übergibt automatisch die Patientendaten an das Messgerät. Name, Geburtsdatum und Patientenkennung sind am Gerät bereits hinterlegt.
  3. Die Messung läuft. Sobald sie abgeschlossen ist, schreibt das Gerät den Befund zurück in die Karteikarte.

Die Einrichtung der Schnittstelle übernimmt Doc Cirrus bei der Inbetriebnahme. Sie müssen sich weder um technische Details noch um die Konfiguration kümmern. Nach der Einrichtung läuft alles im Hintergrund. Auch nach Updates bleibt die Schnittstelle stabil: Die inSuite aktualisiert sich automatisch, ohne dass Einstellungen verloren gehen.

Risiken bei manueller Befunderfassung

Praxen, in denen Befunde noch manuell übertragen werden, kennen das Risiko oft nicht in vollem Umfang. Zum einen entsteht ein höherer Zeitaufwand für die MFA. Zum anderen gehören manuelle Übertragungen zu den häufigsten Fehlerquellen in der Dokumentation:

Falsche Patientenzuordnung

Wird am Gerät manuell eingegeben, kann ein Messwert im falschen Patientendatensatz landen. Das ist klinisch relevant und bei einem Regress schwer zu erklären.

Tippfehler bei Messwerten:

Gerade bei numerischen Parametern aus Spirometrie oder Langzeitprotokollen entstehen durch Abtippen Fehler, die die Verlaufsbeurteilung verfälschen.

Fehlender Zeitstempel:

Ohne automatischen Rückschrieb fehlt der exakte Dokumentationszeitpunkt in der Akte. Bei KV-Prüfungen oder Regressen kann dieser Nachweis entscheidend sein.

Doppelte Datenpflege:

Befunde existieren in der Gerätesoftware und im PVS parallel, was nicht nur Kapazitäten bindet, sondern auch die Frage aufwirft, welcher Datensatz im Zweifel maßgeblich ist.

Bin ich als Arzt rechtlich auf der sicheren Seite?

Die GDT-Schnittstelle transportiert Daten. Was mit diesen Daten in der Praxissoftware passiert, entscheidet über die rechtliche Qualität der Dokumentation. Und die Verantwortung dafür liegt beim Arzt, unabhängig davon, wer die technische Übertragung durchgeführt hat.

Deshalb haben wir in der inSuite zwei Mechanismen integriert, die für diese Absicherung sorgen. Der Audit-Log protokolliert lückenlos, wer wann welchen Eintrag in der Akte vorgenommen oder verändert hat. Das gilt auch für per GDT eingespielte Befunde: Jeder Datenpunkt ist nachvollziehbar einem Zeitpunkt und einem Nutzer zugeordnet. Das Freigabeprinzip stellt darüber hinaus sicher, dass Befunde erst nach elektronischer Freigabe durch den verantwortlichen Arzt weiterverarbeitet, ausgedruckt oder abgerechnet werden können. Einmal freigegebene Akteneinträge sind automatisch unveränderbar, was vor nachträglichen Korrekturen schützt und bei Regressen Bestand hat.

Zusammenhang Abrechnung und GDT-Schnittstelle

Eine erbrachte Leistung muss dokumentiert sein, bevor die Abrechnung über die Praxissoftware möglich ist. Wer ein EKG schreibt und den Befund automatisch mit Zeitstempel in der Karteikarte hat, kann die Leistung sofort und korrekt abrechnen. Fehlt der Nachweis oder ist er lückenhaft, entstehen Probleme bei der Plausibilitätsprüfung der KV. In der inSuite ist die Geräteanbindung deshalb direkt mit dem Abrechnungsworkflow verknüpft:

  • Zeitstempel und Patientenzuordnung entstehen automatisch, weil die GDT-Datei aus der geöffneten Patientenakte heraus erzeugt wird. Der Befund ist von Anfang an dem richtigen Patienten zugeordnet.
  • Alle Befunde sind direkt in der Karteikarte verfügbar und für Verlaufskontrollen sowie Abrechnungsprüfungen jederzeit abrufbar, ohne in einer separaten Gerätesoftware suchen zu müssen.
  • Das Regelsystem der inSuite kann zusätzlich so konfiguriert werden, dass bei bestimmten Abrechnungsziffern automatisch zugehörige Leistungen ausgelöst werden. Das reduziert Fehlabrechnungen und entlastet das Personal bei der Quartalsabrechnung.

Kompatibilität mit vorhandenen Geräten mit der GDT-Schnittstelle

Wer vor einem Wechsel der Praxissoftware steht, möchte vor allem, dass vorhandene Geräte und Schnittstellen kompatibel sind. Diese Frage sollte daher frühzeitig geklärt werden. Die inSuite unterstützt GDT 2.1, den seit Jahren verbreiteten Standard, sowie GDT 3.5, das seit März 2024 verfügbar ist und eine engere Abstimmung mit dem Laborstandard LDT ermöglicht.

Für Bestandsgeräte bleibt GDT 2.1 in der Regel der relevante Standard. Die inSuite unterstützt beide Versionen.

Darüber hinaus unterstützt die inSuite neben GDT auch LDT, DICOM, HL7 und FHIR sowie eine offene REST API für moderne Geräte und Drittanwendungen. Das bedeutet in der Praxis: Sie behalten Ihre vorhandene Hardware. Bei einem Softwarewechsel können alle Geräte weiter genutzt werden. Sollten Sie ein neues Gerät anschaffen wollen, klären wir die Kompatibilität vorab mit Ihnen.

Wie inSuite die GDT-Schnittstelle absichert

Die Schnittstellenkommunikation läuft über den integrierten Kommunikationsserver im Doc Cirrus Datensafe. Dieser wird lokal in Ihrer Praxis betrieben. Patientendaten verlassen die Praxis nicht: Die Datenhaltung erfolgt ausschließlich lokal, verschlüsselt auf gesicherten Festplatten. Der Datensafe ist ISO 27001 zertifiziert und KBV-zugelassen. Alle Integrationswege, einschließlich GDT, LDT, HL7 und DICOM, sind in das Sicherheits- und Rechtekonzept der inSuite eingebunden.

Für Ultraschall wurde inPACS entwickelt: ein vollintegriertes PACS-System mit Webviewer, das direkt in die inSuite eingebettet ist. Sono-Aufträge starten Sie aus der Patientenakte heraus, die Bilder werden direkt in dieselbe Akte zurückgeschrieben – ohne Drittsoftware und ohne zusätzliche Archivlösung. Was das im Alltag bedeutet, beschreiben Nutzer selbst am besten:

Kundenstimmen über die GDT Schnittstelle

"Im Praxisalltag profitieren wir von der direkten Kommunikation unserer Medizintechnik mit der inSuite: Die Sono-Aufträge werden aus der Patientenakte gestartet und die Bilder folgen als Rückschrieb in die Patientenakte, ohne dass eine Drittsoftware erforderlich ist. Dank der regelmäßigen, automatischen Updates können wir uns wieder vollständig auf die Versorgung unserer Patient:innen fokussieren."

Dr. med. Nicole Mattern, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

"Ich habe mich bewusst für inSuite entschieden, da die Möglichkeiten zur Personalisierung, die Einbindung unserer diagnostischen Geräte und die Online-Zugriffe perfekt und zeitsparend sind."

Dr. Christian Schneider, Orthopädiezentrum Theresie

Die Bedeutung der GDT Schnittstelle

Die GDT-Schnittstelle ist kein optionales Zusatzfeature. Für jede Praxis, die Messgeräte betreibt, ist sie die technische Grundlage dafür, dass Diagnostik, Dokumentation und Abrechnung ohne Medienbruch ineinandergreifen. Ob Sie eine neue Praxis aufbauen, vorhandene Geräte weiternutzen oder die Praxissoftware wechseln möchten: Sprechen Sie uns an. Wir klären vorab, welche Ihrer Geräte sich über die inSuite anbinden lassen und richten die Schnittstelle bei der Inbetriebnahme für Sie ein.